Cochemer Praxis
Im Zuge unserer Magisterarbeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben wir eine Studie zur Cochemer Praxis in ausgewählten Städten und Regionen Mitteldeutschlands durchgeführt. Dem empirischen Teil der Arbeit geht eine theoretische Auseinandersetzung zu verschiedenen Aspekten der Thematik Kinder und Eltern in Trennung und Scheidung voraus.
Die umfangreiche Studie, in der die am Modell beteiligten Professionen befragt wurden, befasst sich mit obengenannten Aspekten und versucht aufzudecken, wie sie in der Cochemer Praxis verhandelt werden.
Mehr zur Studie
Was heißt Cochemer Praxis? Was meint „Arbeiten nach dem Cochemer Modell“?
Die Gewährleistung des Kindeswohls und die Stärkung der Elternverantwortung sind die Leitziele dieser Verfahrensweise. Durch die Kooperation von Mitarbeitern der Beratungsstellen, Mitarbeitern des Jugendamtes, der Verfahrenspfleger, der Rechtsanwaltschaft und der Familienrichter soll es ermöglicht werden, Fragen bezüglich des Sorge- und Umgangsrechts schnell und zielgerichtet zu beantworten. Dies wirkt sich deeskalierend auf den meist sehr komplexen Scheidungskonflikt aus. Sollte es trotz der Anstrengungen der am Verfahren beteiligten Professionen zu keiner Einigung seitens der Eltern kommen, sind diese verpflichtet, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Ziel der Beratungsstelle ist es schließlich, die Eltern zu befhigen wieder eine gemeinsame Kommunikationsbasis herzustellen, auf der sie eigenständig Lösungen zur Sorge- und Umgangsregelung finden.
Vorteile der Cochemer Praxis sind unter anderem die Schnelligkeit, mit der Scheidungskonflikte bearbeitet werden, die Dauerhaftigkeit der Lösungen und Regelungen, sowie die Stärkung des Kindeswohls. Es soll mit dieser Verfahrensweise gelingen, der Entfremdung des Kindes von einem Elternteil entgegen zu wirken und einer Verhärtung der elterlichen Konflikte vorzubeugen.
Scheidungspolitik im Wandel